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Im Grunde gut

Zahlreiche wissenschaftliche Studien untermauern die Sichtweise und zeigen, dass Menschen von Natur aus dazu neigen, Gemeinschaft zu suchen und aktiv an ihr teilzunehmen.
Im Grunde gut

Die positive Sicht auf die menschliche Natur, wie sie in den Werken von Rutger Bregman und Michael Tomasello dargelegt wird, präsentiert ein optimistisches Bild des Menschen. Diese Autoren argumentieren überzeugend, dass Menschen in ihrem innersten Wesen grundsätzlich gut sind und dass Kooperation sowie Empathie in sozialen Gemeinschaften nicht nur vorkommen, sondern tatsächlich vorherrschen. Diese Perspektive stellt einen Gegenpol zu pessimistischeren Sichtweisen dar, die oft in der öffentlichen Diskussion dominieren.

Ein zentraler Aspekt dieser Theorie ist die Betonung, dass Kooperation und Egalitarismus nicht nur oberflächliche kulturelle Phänomene sind, sondern tief in unserer evolutionären Geschichte verwurzelt sind. Diese Eigenschaften werden durch komplexe soziale Normen aufrechterhalten und verstärkt, die sich über Generationen hinweg entwickelt haben. Diese Normen dienen als Leitlinien für das Zusammenleben und fördern prosoziales Verhalten in Gemeinschaften.

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Zahlreiche wissenschaftliche Studien untermauern diese Sichtweise und zeigen, dass Menschen von Natur aus dazu neigen, Gemeinschaft zu suchen und aktiv an ihr teilzunehmen. Darüber hinaus weisen diese Untersuchungen darauf hin, dass Menschen instinktiv dazu tendieren, konfliktvermeidend zu handeln, was auf eine natürliche Neigung zur Harmonie und zum friedlichen Zusammenleben hindeutet. Besonders aufschlussreich sind Beobachtungen friedlicher indigener Gesellschaften, die über lange Zeiträume hinweg stabile soziale Normen entwickelt haben. Diese Normen sind speziell darauf ausgerichtet, das Gemeinschaftswohl zu fördern und ein harmonisches Zusammenleben zu gewährleisten, was als weiterer Beleg für die inhärent positive Natur des Menschen angesehen werden kann.

In "Im Grunde Gut: Eine neue Geschichte der Menschheit" argumentiert Rutger Bregman, dass Menschen im Kern gut sind und widerlegt die Vorstellung von der menschlichen Natur als egoistisch und gewalttätig. Er stützt sich auf anthropologische, psychologische und historische Studien, die zeigen, dass Kooperation und Empathie in sozialen Gemeinschaften vorherrschen. Bregman kritisiert den Mythos, dass Zivilisation nur eine dünne Schicht ist, die bei Stress zerbricht, und bietet positive Beispiele menschlichen Verhaltens in Krisenzeiten an, um eine optimistische Sicht auf die Menschheit zu fördern.


Michael Tomasellos Buch A Natural History of Human Morality untersucht die evolutionären Ursprünge der menschlichen Moralität, die durch Kooperation, Empathie und kulturelle Normen geprägt sind. Er identifiziert zwei entscheidende Evolutionsschritte: die Entwicklung gemeinsamer Intentionalität zur Koordination von Kooperation und die Entstehung kultureller Gruppen, die objektive moralische Normen schaffen. Tomasello argumentiert, dass menschliche Moralität sowohl individuelle als auch gruppenbezogene Aspekte umfasst und sich aus der Notwendigkeit zur Zusammenarbeit in frühen Gesellschaften entwickelt hat.


Forschungen zur Evolution von Moral und Kooperation in egalitären Gesellschaften zeigen, dass Kooperation und Egalitarismus evolutionär tief verwurzelt sind und durch soziale Mechanismen wie Normen und kollektive Sanktionen aufrechterhalten werden. Wichtige Studien untersuchen die Entstehung von Gleichheit in hierarchischen Gruppen, die Rolle norminterner Prozesse in der Kooperation, die Vorteile der Kooperation für die Entwicklung von Egalitarismus, sowie Mechanismen zur Kontrolle von Führungspersonen in egalitären Gesellschaften.

Kooperation und Egalitarismus sind evolutionär tief verwurzelt und werden oft durch spezifische soziale Mechanismen wie Normen und kollektive Sanktionen aufrechterhalten


Studien zeigen, dass Menschen instinktiv Gemeinschaft suchen und kooperatives Verhalten zeigen, um grundlegende Bedürfnisse zu erfüllen und Gewalt zu vermeiden. Die Forschung betont die Rolle sozialer Beziehungen und Gemeinschaften bei der Förderung von Frieden und der Verhinderung von Gewalt.

Fürsorglichem Verhalten und positiven sozialen Beziehungen sind grundlegende menschliche Bedürfnissen


Menschen handeln in sozialen Strukturen häufig konfliktvermeidend und kooperativ, gefördert durch soziale Normen, die aggressives Verhalten sanktionieren. Der soziale Druck zur Harmonie und kulturelle Werte unterstützen kooperatives Verhalten, während Studien zeigen, dass Normen und Sanktionen entscheidend für die Förderung von Kooperation und die Vermeidung von Konflikten sind.

Menschen tendieren in sozialen Strukturen dazu, konfliktvermeidend und kooperativ zu handeln


Nach Naturkatastrophen zeigen Menschen oft Solidarität und Hilfsbereitschaft, anstatt in Chaos zu verfallen. Faktoren wie gemeinsames Schicksal, soziale Identität, Überlebensstrategien und kulturelle Werte fördern diese Solidarität und helfen, Gewalt zu vermeiden.

Katastrophen bringen oft das Beste im Menschen hervor, nicht das Schlechteste


Friedliche indigene Gesellschaften wie die Kung-San und Inuit entwickeln soziale Normen, die Konfliktvermeidung und Kooperation fördern, um das Gemeinschaftswohl zu sichern. Studien zeigen, dass diese Gesellschaften durch gegenseitige Hilfe, Respekt und kulturell angepasste Konfliktlösungsmechanismen Stabilität und Frieden aufrechterhalten.

Friedliche indigene Gesellschaften basieren auf sozialen Normen, die Konfliktvermeidung und Kooperation betonen, um das Gemeinschaftswohl zu fördern


"Die Botschaft ist nicht, dass wir eine Welt ohne 'Autorität' erschaffen sollten. Vielmehr sollten die Menschen akzeptieren, dass eine Welt ohne 'Autorität' schon immer existiert hat. Die Menschheit wäre weitaus besser dran und würde sich rationaler, moralischer und zivilisierter verhalten, wenn diese Tatsache allgemein verstanden würde."

— Larken Rose, The Most Dangerous Superstition